Senior-Experten-Service

Meine Einsätze mit SES – Senior-Experten-Service, Bonn

Im Frühjahr 2016 kam aus der neurologischen Kinderklinik in Kharkiv, Ukraine, eine Anfrage an SES mit der Bitte um Unterstützung bei der Förderung und Rehabilitation von Kindern mit Cerebral-Schäden sowie neurologischen Folgeschäden nach Krankheit. Man war ratlos, da der Zulauf behandlungsbedürftiger Kinder sehr stark ansteigt. Die Klinik verfügt über 150 Betten und 190 Kinder warten dort auf eine Aufnahme.

Da mir durch Jean Ziegler bekannt war, dass man in der Ukraine Kinder, die nicht selbständig essen können, in Heimen verhungern lässt, nahm ich den Auftrag an. Die Orientierung am Atemgeschehen, an Gesetzmäßigkeiten von Wachstum und Entwicklung, Übungen nach Moshe Feldenkrais und Anat Baniel und die Heileurythmie brachten gute Erfolge. Ärzte und Physiotherapeuten wurden geschult. Es folgte 2017 ein Einsatz in einem Waisenhaus in Saporishshje sowie im Herbst ein nochmaliger Einsatz in der Kinderklinik in Kharkiv. Im Mai 2018 war ich zu einem internationalen Kongress in Saporishshja eingeladen und im November war ich für 4 Wochen in Tadschikistan.

Saporoshshja ist eine Stadt in der Ukraine, in der es früher Eisenverhüttung, Werften und Metallverarbeitung gab. Die Stadt ist heute verarmt, Industrie besteht nur noch in geringem Umfang. Inzwischen werden Menschen aus dem Kriegs- und Krisengebiet Donbass aufgenommen, die dort nicht mehr leben können oder wollen. Sie sind traumatisiert und werden vom Caritas betreut.

Im Jahr 2007 gründete Tatyana zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen in privater Initiative die Einrichtung zur Beratung und Betreuung von Familien mit behinderten Angehörigen: das „Ivan- Center“: „People need people“, angeschlossen an NGO. Von anfangs 7 Familien werden dort heute etwa 120 Familien betreut. Die Zahl der Behinderungen nimmt erschreckend zu. Das Center kann sich nur durch Spenden halten, eine staatliche Unterstützung gibt es nicht. Spezielle Behandlungen oder Operationen werden häufig im Ausland vorgenommen und müssen von den Familien selbst bezahlt werden. Seit dem Frühjahr 2017 arbeite ich dort und habe im Februar 2019 eine Atemausbildung für die Mitarbeiter des Centers und vom Caritas begonnen, die sowohl Kindern, wie auch Erwachsenen zugute kommen wird. Diese Ausbildung dauert 5 Jahre – im Jahr sind jeweils zweimal 6 Wochen dafür angesetzt.

Inzwischen habe ich mich heilpädagogisch weitergebildet, verwende Torföle und Metallsalben, die helfen, die Schutzhüllen der Kinder wieder aufzubauen. Zusätzlich arbeite ich mit Klängen zur Aktivierung der Bewegung und mit Farbtherapie.